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E-Book
ISBN:
978-3-946042-06-8

Alles hat seine Zeit

Alles hat seine Zeit

74 Gedichte
Cover und farbigen Bildern von Uta-Christine Breitenstein

Auszug:

Enkelkind
Prinzessin, zart,
ich sah dich tanzen
im duftig-rosa Glitzerkleid.
Ein Junge, schmal
hielt deine Hände.
So selbstverständlich
zur Musik habt ihr
bewegt die kindlich
Körper voll Glück
und Eifer wunderschön.
Bin dankbar für den Augenblick,
in dem ich so
mit ganzem Herzen
dich tanzen hab gesehn.

Rechnungen
Die Rechnungen werden mehr und mehr
und höher sind sie auch.
Sitz mitten drin, so wie ein Wurm.
Schau grad so mit den Augen raus.
Beweg den Arm durch viel Papier.
Tast mich an den Computer ran.
Der Ausgangskorb ist dicht.
Zum Glück, da gibt es Internet,
sonst müsst ich`s auch noch tragen.
So schnell man`s kaum verdienen kann,
wie`s transportiert an fremde Stellen.
Und ich, ich frage mich,
wo bleibe am Ende ich?

Liebe zwischen Feuer und Eis
Der Teufel, der war immer da.
Die Hölle brannte heiß.
Sie waren jung und voll Begehren.
Da streute er die Dornen aus
und hauchte kaltes Eis.
Und doch war so beschützt das Kind.
Der Teufel wollt` es haben,
riss an sich jetzt den Knaben,
der fest an seiner Mutter hing.
Da setzt` der Teufel Stürme frei,
verletzt, verwirrt, trieb nun entzwei
zu weit entfernten Polen.
Riss liebend Hände voneinander,
zwei Menschen irrten tränenschwer,
mit kranken Herzen, blutig Füssen,
sie suchten, fanden sich nicht mehr.
Es ging das Kind an der Mutter Hand
durch schweres, bitteres Leben.
Der Vater war zu weit verbannt.
Das große Wasser war zu tief.
Das Kind nun groß, ein Boot gebaut,
sollt` Ufer überwinden.
Das Boot, das treibt auf stiller See.
Zwei Leben sind gelebt.
Ein Hauch aus der Erinnerung berührt zwei Seelen und ein Kind.-
Vielleicht im nächsten Leben.

Allerheiligen
Der Feiertag steht vor der Tür.
Hör in die Nacht.
Die Stürme brausen.
Es sind die toten Seelen.
Sie singen uns ein Lied.