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E-Book
ISBN:
978-3-946042-07-5

Gereimte Lebensgeschichten

Gereimte Lebensgeschichten

56 Gedichte
Cover und farbigen Bildern von Uta-Christine Breitenstein

Auszug:

Der Narzisst

Den längsten Hals braucht der Narzisst,
damit er auch ganz oben ist.
Und manchmal, wenn er hängen bleibt,
der Hals sich ganz nach vorne neigt.
Dann geht er krumm, die Nase hoch,
riecht seinen Vorteil immer noch.

Die schönste Frau, der stärkste Mann,
sofort klebt der Narzisst sich dran,
um sich zu schmücken selbstverliebt,
bis er dann etwas Besseres sieht.
Kennt seine Rolle ganz genau
und blendet damit Mann und Frau.

Ein armer Wicht ist der Narzisst,
zu schwach, um sich real zu sehen.
Im Spiegel sieht er hellen Glanz.
Ist schöner, schlauer als die anderen.
Sie merken nicht, lügt er sie an,
so denkt er bei sich dann und wann.

So überlegen, wie er ist,
beleidigt er auch, der Narzisst.
Beim Höhenflug so stößt er dann
nicht selten an die Decke an,
die bei ihm ach so niedrig hängt.
Doch der Narzisst nimmt´s nicht so schwer.
Es muss ein neuer Spiegel her.

Die Tierfreundin

Die Tierfreundin, die gibt es auch,
nur hat sie eine Katze
mit glänzend´Fell, graziösem Gang,
mit Augen funkeln klar.
Und ein Gesicht so wunderschön.

Das Frauchen muss nicht Gassi gehen,
das Kätzchen hat ein Klo.
Und dieses Klo benutzt sie auch.
Das Kätzchen ist so rein.
Nur leider hört sie meistens nicht,
fährt nicht die Krallen ein.

Das Frauchen spricht: Die Krallen nicht!
Die Katze schaut sie an.
Nun, das versteht die Schönste nicht,
wenn sie doch kratzen kann.

Evolution

Vor Tausenden von Jahren
zählte der Mann mit längstem Speer.
Der Stärkste war er, lief umher,
bestaunt von allen Frauen.

Nun gibt es keinen Urmensch mehr,
doch trotzdem zählt die Länge noch.
So wie ihr denkt,
so mein ich`s auch.
Ich mein des Mannes Wagen.

Je größer dann sein Wagen ist,
je mehr wird er von Frau`n geküsst.
Die sehen ihn als ganzen Mann,
bedenken, was er leisten kann,
woll`n sie Familie haben.

Familien brauchen Sicherheit,
bedenkt die Frau im Hochzeitskleid.
Die Kinder brauchen ihren Platz,
und sie braucht einen starken Schatz.
So war´s zu allen Zeiten.

Die graue Maus

Bescheiden ist die graue Maus,
was hat sie an, wie sieht sie aus,
so fleißig und geradeaus und
freundlich auch zu jedermann,
so dass man sie gut leiden kann.

Doch schaut man in die Augen ihr,
erkennt man sie, die pure Gier,
den Geiz, der ihre Schönheit frisst,
den Neid, der aus den Augen blitzt,
die Bosheit gegen jedermann,
der davon hat, was sie nicht kann.

Vor grauen Mäusen hüte dich,
die Freundlichkeit ist äußerlich,
tief drinnen sind sie meistens bös´,
verstellen sich und tun seriös,
doch was bescheiden dargestellt,
das Gegenteil ist ihre Welt.